Pressemitteilung

20. Oktober 2011

Wir weinen den Studiengebühren keine Träne nach!

Zur heutigen Landtagsdebatte über die Abschaffung der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen zu diesem Wintersemester, erklärt der Landesvorsitzende der NRW Jusos Veith Lemmen:

"Auch das heutige Nachtreten der CDU ändert nichts daran, dass die Mehrheit der nordrhein-westfälischen Bürgerinnen und Bürger die Studiengebühren im Mai 2010 abgewählt hat. Insbesondere die Studierenden in NRW haben die Einführung der Studiengebühren vom ersten Tag an bekämpft. Sie haben landesweit demonstriert, Hörsäle besetzt und enorme Anstrengungen auf sich genommen, um ihren Protest deutlich zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen.

Die CDU scheint jedoch völlig vergessen zu haben, wie viele junge Menschen gegen Studiengebühren auf die Straße gingen. Vergleichbare Proteste hat es in NRW in den letzten zehn Jahren zu keinem Thema gegeben. Der Wissenschaftsminister der ehemaligen schwarz-gelben Landesregierung, Andreas Pinkwart, traute sich nicht mal mehr in die Hochschulen aus Angst vor den Reaktionen, die ihn dort erwarteten.

Dem entgegen steht die Begeisterung, die auf den Beschluss zur Abschaffung der Studiengebühren folgte. Noch bis heute erreichen uns viele positive Rückmeldungen darüber, dass das Studium in NRW jetzt wieder gebührenfrei ist. Noch deutlicher können die Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung kaum kundtun und trotzdem zeigt sich die CDU heute wieder beratungsresistent und realitätsfern.

Es ist traurig, dass man es so oft wiederholen muss, aber Bildung muss ohne Ausnahme gebührenfrei für jedeN zur Verfügung stehen. Diese wichtige staatliche Aufgabe nehmen wir sehr ernst! Es steht außer Frage, dass die Abschaffung der Studiengebühren eine erhebliche Verbesserung für alle jungen Menschen in NRW darstellt und mehr Menschen den Zugang zum Studium ermöglicht Das widerlegen trotz des Gezeters der Opposition auch neueste Studien nicht. Wir NRW Jusos weinen den Studiengebühren jedenfalls keine Träne nach."



Hintergrundinformationen zur WZB-Studie


Die in den Landtagsmaterialien der CDU (Drucksache 15/2985) angesprochene Studie des „Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung“ (WZB) lässt im Bereich der entscheidenden abhängigen Variable „Studierneigung“ eben die jungen Menschen außen vor, die sich nicht sicher sind, ob sie ein Studium aufnehmen sollen. Wir haben aber schon immer betont, dass es eben diese Menschen sind, die vom Studium abgeschreckt werden. Insofern bleibt aufgrund weiterer Studien (siehe bspw. HIS-Studien zum Thema im Auftrag der schwarz-gelben Bundesregierung) nach wie vor die abschreckende Wirkung der Gebühren bestehen. Dass Studiengebühren nicht vom Studium abschrecken, beweist die Studie des WZB keinesfalls, da sie die interessante und nötige Gruppe derjenigen Studieninteressierten heraus lässt, die beispielsweise angeben wahrscheinlich studieren zu wollen.

Diese Einschränkung der betrachteten Daten steht auch in der Studie selbst beschrieben, siehe hierzu das „Discussion Paper P 2011-001“ des WZB vom September 2011 (Seite 13): „Die abhängige Variable „Studierneigung“ ist eine dichotome Variable und umfasst all jene, die ein halbes Jahr nach Erlangen der HZB bereits an einer Hochschule eingeschrieben waren, sowie diejenigen, die zum Befragungszeitpunkt noch keine Studierenden sind, aber mit Sicherheit ein Studium planen.“

Links:
Hier könnt Ihr Euch das Video "Rest in Peace" anschauen.
Video_Rest in Peace Studiengebühren