Blog

Avatar of Felix Eggersglüß Felix Eggersglüß - 31. März 2016 - Media

„Aufbruch“ hilft nix ohne mehr Anstrengung!

In der SPD ist immer irgendwie “Aufbruch” und leider häufig auch Absturz – ernsthaft schön, Mitglied einer so aufregenden, vielfältigen und diskussionsfreudigen Partei zu sein. Ähnliche Aufrufe wie den aktuellen www.aufbruch-spd.de habe ich in der Vergangenheit schon mehrmals unterschrieben – besser geschrieben und inhaltlich fundierter waren sie sogar … Geholfen haben diese alljährlichen, allgemeinen Petitionen leider wenig – vorsichtig ausgedrückt.

Eine unangenehme Wahrheit für Parteilinke …
Die etwas unangenehme, weil anstrengende Lehre aus vergangenen Aufrufen ist für mich: Durchs Unterschreiben allein ändert sich nix! Es kommt auf beinharte, zeitintensive politische Arbeit an – vor Ort, im Land, im Bund, in Europa usw. Zum Beispiel geht es ums Durchsetzen politischer Initiativen vor Ort; um Parteitagsbeschlüsse, die zumindest Regierungshandeln vorantreiben sollten; es kommt darauf an, linke Mehrheiten zu bilden und damit Verantwortung zu übernehmen. Anders gesagt: Für erfolgreichen “Aufbruch” ist in der SPD nicht irgendeine neue Arbeitsgemeinschaft o.ä. nötig. Was am Ende zählt, ist Kärrnerarbeit, die Überzeugungs- und Durchsetzungsarbeit in der Partei und darüber hinaus. So gibt es zum Beispiel in meiner Heimatstadt Gütersloh eine Ratsmehrheit diesseits der Union, die leider viel zu wenig Geltung bekommt – wäre ein zugegeben sehr anstrengendes Projekt! In Münster, wo ich jetzt wohne, hat es aufrechte, im besten Sinne anstrengende rot-grüne Versuche gegeben, eine solche progressive Mehrheit dauerhafter zu nutzen – leider jetzt vergebens, weil sich Schwarz-Grün formiert. Kurzum: Ja, das ist für (uns) Parteilinke eine sehr unangenehme Wahrheit. Sie heißt: Ohne Schweiß kein Preis. Und auf Deutungskämpfe statt Sonderklubs kommt’s an.

 

Ohne Schweiß kein Preis: Deutungskämpfe und richtige Sprache!
Noch was: Gerade im Bezug auf Deutungskämpfe finde ich es empörend, dass im neuen “Aufbruch SPD” so leichtfertig von “Flüchtlingsströmen” gesprochen wird. Allein deshalb kann ich diesen Aufruf nicht unterschreiben! Klar ist: Wer ernsthaft für eine linke Deutungshoheit/Hegemonie streitet, darf nicht die Sprachbilder der Konservativen übernehmen. Unsere politische Botschaft für Geflüchtete muss sein: Dass das, was uns bisher von globalen Wanderungsbewegungen betrifft, kein bedrohlicher “Strom” von Menschen ist … was für ein negatives Bild! Für uns geht es um eine große politische Gestaltungsaufgabe, die die Gesellschaft in eine bessere Zukunft führt: Zum Beispiel durch neue (kulturelle und wirtschaftliche) Impulse; konkret durch eine Abschwächung des umfassenden demographischen Wandels – dieser Strukturbruch droht unsere Gesellschaft langweiliger und ökonomisch träger zu machen.

Fazit
Ob der neue “Aufbruch” jetzt unterschrieben ist oder nicht: Packt’s an! “Aufbruch” muss heißen, selbst mehr anstrengende politische Initiative zu wagen.

Felix Eggersglüß

Autor*in

Felix Eggersglüß

Beisitzer

felix.eggersgluess@nrwjusos.de
Avatar of Felix Eggersglüß

THEMEN

ARCHIV

2021 (17)

Dezember (1)
November (2)
September (1)
August (2)
Juli (1)
Juni (3)
April (1)
März (2)
Februar (2)
Januar (2)

Kommentare

Keine Kommentare