Lea Bongers
Meine Daten
Geburtsjahrgang: 2000UB/KV: Kreis Kleve
Berufliche Situation: Studentin | Master Stadtplanung
Liebe Jusos,
mit 15 bin ich bei den Jusos eingetreten, mit 19 war ich Kreisvorsitzende, mit 21 habe ich zum ersten Mal für den Landesvorstand kandidiert. Heute bin ich 25 und mein Studium der Stadtplanung ist abgeschlossen. Die Jusos haben mich damit durch ziemlich unterschiedliche Phasen meines Lebens begleitet. Jetzt verändert sich mein Alltag noch einmal deutlich. Für mich ist das aber kein Grund, einen Schlussstrich zu ziehen. Im Gegenteil: Es ist ein guter Zeitpunkt meine Erfahrung aus vier Jahren Landesvorstand mit neuen Perspektiven zu verbinden und noch einmal zu kandidieren.
Vier Jahre Landesvorstand sind eine lange Zeit. In diesen Jahren habe ich erlebt, wie sich unser Verband verändert hat, wie politische Gewissheiten ins Wanken geraten sind und wie viel Arbeit, Streit, Solidarität, aber eben auch gemeinsames Durchhaltevermögen notwendig sind, damit aus unseren politischen Ansprüchen tatsächlich etwas wird. Vor allem habe ich gelernt: Ein Verband wie unserer lebt davon, dass Menschen Räume schaffen, in denen andere sich ausprobieren können.
Genau das haben die Jusos für mich getan. Als Arbeiter*innenkind vom Niederrhein hätte ich mir damals vieles in meinem Leben lange nicht zugetraut: ein Studium, aktive Kommunalpolitik, vor großen Gruppen zu sprechen oder Verantwortung in einem Landesverband zu übernehmen.
In den vergangenen Jahren durfte ich im Landesvorstand besonders zu Themen arbeiten, die mir sehr am Herzen liegen. Dazu gehören Inklusion und der Kampf gegen Ableismus genauso wie die Auseinandersetzung mit Klassismus und sozialer Herkunft. Das möchte ich fortführen.
Gleichzeitig möchte ich mich zukünftig mehr mit Fragen von Umwelt und Transformation beschäftigen. Diese Fragen begegnen mir auch ganz konkret in der Kommunalpolitik. Ich habe selbst ein Ratsmandat und weiß, wie groß der Unterschied zwischen einem politischen Ziel auf dem Papier und seiner Umsetzung vor Ort sein kann.
Bei Mobilität, Klimaschutz und Wohnen sind die jeweiligen Ausgangslagen von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Eine ländliche Gemeinde am Niederrhein steht vor anderen Herausforderungen als eine Großstadt im oder Mittelrhein.
Gerade deshalb möchte ich die kommunale Perspektive weiterhin in unsere Arbeit einbringen. Transformation gelingt für mich nur dann, wenn wir die unterschiedlichen Lebensrealitäten vor Ort ernst nehmen. Wir brauchen gemeinsame politische Ziele, aber nicht immer dieselben Antworten. Gute sozialistische Politik muss beides schaffen: Einen klaren Anspruch formulieren und wissen, unter welchen Bedingungen dieser vor Ort umgesetzt werden kann.
Ich behaupte dabei nicht, für all diese Fragen schon Expertin zu sein. Im Gegenteil! Ich habe Lust, mich tiefer einzuarbeiten, zuzuhören, zu diskutieren und gemeinsam mit anderen im Verband Positionen weiterzuentwickeln. Nach vier Jahren Landesvorstand finde ich gerade das wichtig: Erfahrung einzubringen, ohne zu glauben, schon alles zu wissen.
Auch mein eigener Alltag wird sich verändern. Nach dem Studium beginnt für mich jetzt die Berufstätigkeit. Neue Erfahrungen und Perspektiven werden dazukommen, die ich auch in meine politische Arbeit mitnehmen möchte.
Denn eine Sache hat sich seit meinem Eintritt nicht verändert: Ich möchte Ungerechtigkeiten niemals einfach so hinnehmen. Stattdessen möchte mit euch darüber streiten, wie eine solidarische, inklusive und ökologische Gesellschaft aussehen kann. Deshalb kandidiere ich noch einmal für den Landesvorstand der NRW Jusos und freue mich über eure Unterstützung.
Freund*innenschaft und Glück auf!
Eure Lea