Mitglied werden

Lena Marie Angermann


Meine Daten
Geburtsjahrgang: 1999
UB/KV: Leverkusen
Berufliche Situation: Communications Praktikantin & Master Studentin Marketingmanagement

Kandidaturschreiben für den Landesvorstand

Wann habt ihr euch das letzte Mal gefragt, warum ihr euch Politik eigentlich noch antut?

Nach einer Sitzung, in der eine gute Idee nicht am Inhalt gescheitert ist, sondern daran, von wem sie kam? Nach einer Debatte, in der politische Befindlichkeiten wichtiger waren als die bessere Entscheidung? Oder nach einem Abend, an dem man sich ernsthaft fragt: Will ich in dieser Partei eigentlich noch weitermachen?

Ich kenne diese Momente. Gerade aus der Kommunalpolitik. Und was mich dann meistens wieder aufbaut, sind Jusos. Ein Telefonat, gemeinsames Aufregen, Diskutieren und irgendwann wieder die Erinnerung daran, warum wir überhaupt angefangen haben: weil wir etwas verändern wollen. Genau deshalb kandidiere ich für den Landesvorstand der NRW Jusos.

Ich bin Lena, 26 Jahre alt und komme aus Leverkusen. Seit 2021 bin ich Mitglied der SPD und bei den Jusos aktiv. Heute bin ich stellv. Juso-Vorsitzende in Leverkusen, stellvertretende Vorsitzende der SPD Frauen Mittelrhein und Beisitzerin bei den SPD Frauen NRW. Außerdem sitze ich im Rat der Stadt Leverkusen und bin sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Nebenbei studiere ich im Master und arbeite im Marketing & Communications Bereich. 😉

Leverkusen ist ein kreisfreier Unterbezirk. Viele andere Unterbezirke sind in größere Kreisstrukturen eingebunden und haben dadurch andere Möglichkeiten des regelmäßigen Austauschs. Bei uns muss Vernetzung oft aktiver organisiert werden. Genau daran möchte ich arbeiten. Denn Vernetzung bedeutet für mich nicht, möglichst viele Telefonnummern zu haben. Ein starkes Netzwerk bedeutet, Menschen zu haben, die einen politisch auffangen, unterstützen und weiterbringen.

Es bedeutet auch, dass Unterbezirke voneinander lernen, Erfahrungen teilen und nicht alle dieselben Probleme einzeln lösen müssen. Und es bedeutet, dass neue Jusos nicht erst jahrelang dabei sein müssen, bevor sie sich als Teil unseres Verbandes fühlen.

Dazu gehört für mich auch politische Bildungsarbeit. Wissen darüber, wie unsere Partei, Kommunalpolitik oder politische Prozesse funktionieren, darf kein exklusives Wissen sein.

Wie schreibe ich einen guten Antrag? Wie setze ich eine Forderung durch? Wie argumentiere ich gegen rechte Narrative? Wie funktioniert unser Sozialstaat? Und wie behaupte ich mich in politischen Räumen, in denen andere schon viel länger unterwegs sind? Politische Bildung soll Menschen nicht sagen, was sie denken sollen. Sie soll ihnen die Werkzeuge geben, selbst etwas verändern zu können. Dazu möchte ich meine Erfahrungen aus Kommunalpolitik, Sozialpolitik und Parteiarbeit einbringen und gleichzeitig das Wissen nutzen, das längst überall in unserem Verband vorhanden ist.

Wer kann sich eigentlich wie viel leisten? Inhaltlich möchte ich mich besonders mit Sozialpolitik & Wirtschaftspolitik beschäftigen. Wir diskutieren ständig darüber, was sich unser Staat noch leisten kann. Ich möchte viel häufiger fragen: Wer kann sich in unserer Gesellschaft eigentlich wie viel leisten?

Warum sprechen wir so schnell über Kürzungen im Sozialstaat und so schwer über große Vermögen und Erbschaften? Warum müssen Menschen rechnen, ob ihr Einkommen für Miete, Lebensmittel und Energie reicht, während andere Vermögen erben, für die sie keinen Tag gearbeitet haben?

Verteilung ist eine Machtfrage. Und als Jusos sollten wir diese Frage offensiver stellen. Gleichzeitig müssen wir unsere Politik so erklären, dass sie auch außerhalb unserer eigenen Bubble verstanden wird. Wir müssen nicht weniger komplex denken, aber wir können verständlicher sprechen.

Und weil ich großer Marvel-Fan bin, vielleicht zum Schluss ein ungewöhnliches Beispiel:

„I am Groot.“

sind die einzigen Wörter, die der Charakter Groot im Marvel Universe sagen kann. 3 Wörter. Und trotzdem verstehen Groots Freund*innnen irgendwann ziemlich genau, was er meint.

Denn wenn wir uns wieder einmal fragen, warum wir uns das alles eigentlich antun, sollten wir uns die Antwort gegenseitig geben: Weil wir gemeinsam etwas verändern können.


Dafür bitte ich euch um euer Vertrauen. 


PDF download
Zurück