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Nora Chouiqa


Meine Daten
Geburtsjahrgang: 2005
UB/KV: Recklinghausen
Berufliche Situation: Lehramtsstudentin an der RUB, Mitarbeiterin im Landtag NRW, politische Bildungsseminare für die FES an Schulen


Demokratie leben heißt: alle beteiligen!

Liebe Jusos,

wir leben in einer Zeit, in der rechte Parteien Wahlerfolge feiern, junge Menschen das Vertrauen in Politik verlieren und gesellschaftlicher Zusammenhalt immer stärker unter Druck gerät. Gerade deshalb dürfen wir uns nicht damit zufriedengeben, Politik nur zu verwalten. Wir müssen den Mut haben, sie zu verändern!


Über mich:

Ich bin Nora, ich bin 21 Jahre alt, komme aus Castrop-Rauxel und studiere Deutsch und Sozialwissenschaften auf Lehramt. Ich bin Vorsitzende der Jusos Kreis Recklinghausen, bin Mitglied des Stadtrats Castrop-Rauxel und arbeite im Landtag NRW. Darüberhinaus gebe ich politische Bildungsseminare für die Friedrich-Ebert-Stiftung an Schulen. Dort darf ich jungen Menschen vermitteln, wie Demokratie funktioniert und warum sie jede und jeden von uns braucht!

Besonders geprägt hat mich meine Zeit im Kinder- und Jugendparlament meiner Stadt, das ich geleitet habe. Dort habe ich erlebt, wie viele Ideen junge Menschen haben – und wie oft Erwachsene ihnen trotzdem nicht zuhören. Seitdem begleitet mich ein Gedanke: Demokratie beginnt nicht erst mit dem ersten Kreuz auf einem Wahlzettel. Demokratie beginnt dort, wo Menschen ernst genommen werden. Sie lebt davon, wer gehört wird, wer frei und selbstbestimmt leben kann und wer die gleichen Chancen hat, unsere Gesellschaft mitzugestalten.

Deshalb möchte ich im Landesvorstand der NRW-Jusos für eine Demokratie kämpfen, die niemanden zurücklässt und alle sichtbar macht:


Demokratie heißt: Mitbestimmung

Ich bin überzeugt: Wer unsere Demokratie langfristig stärken will, muss bei Kindern und Jugendlichen anfangen. Demokratie beginnt dort, wo junge Menschen erleben, dass ihre Meinung zählt, ihre Interessen ernst genommen werden und ihre Beteiligung tatsächlich etwas bewirken kann. Dafür brauchen wir verlässliche Beteiligungsstrukturen, starke Kinder- und Jugendvertretungen und echte Mitspracherechte.

Ein niedrigeres Wahlalter kann eine große Chance für unsere Demokratie sein – aber ein Wahlrecht allein schafft noch keine demokratische Gesellschaft. Junge Menschen müssen früh politische Zusammenhänge verstehen, sich eine eigene Meinung bilden und demokratische Auseinandersetzung erleben. Politische Bildung muss deshalb selbstverständlich werden – in Schulen, Kommunen und unserem politischen Alltag.


Demokratie heißt: Selbstbestimmung

Kein Land der Welt hat echte Gleichberechtigung erreicht. Auch Deutschland ist davon weit entfernt. Insbesondere FINTA erleben Gewalt, Diskriminierung und strukturelle Benachteiligung. Femizide, sexualisierte Gewalt, Deepfakes, fehlende Frauenhausplätze, Zwangs- und Frühverheiratungen oder die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit sind Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen und Machtverhältnisse. Für mich ist klar: Solange FINTA nachts ihren Heimweg nach Sicherheit planen, solange Femizide Realität sind und Frauenhäuser Schutzsuchende abweisen müssen, können wir nicht von Gleichberechtigung sprechen. Ich möchte im Landesvorstand dafür kämpfen, dass wir den Schutz von FINTA und Kindern konsequenter denken und politisch durchsetzen.

Aber Schutz allein reicht nicht. Wir müssen an die Ursachen ran: an Rollenbilder, Machtverhältnisse und Vorstellungen von Männlichkeit, die Dominanz, Grenzüberschreitungen und Gewalt begünstigen. Toxische Männlichkeit darf keinen Applaus mehr bekommen. Unser Ziel kann nicht sein, FINTA beizubringen, sich besser vor Gewalt zu schützen. Unser Ziel muss eine Gesellschaft sein, in der Männer lernen, Grenzen zu respektieren, Verantwortung zu übernehmen und gleichberechtigte Partner zu sein. Feminismus richtet sich nicht gegen Männer. Feminismus richtet sich gegen Ungleichheit. Feminismus ist Demokratiepolitik. Denn eine Gesellschaft ist erst dann wirklich frei, wenn Freiheit, Sicherheit und Selbstbestimmung nicht vom Geschlecht abhängen.


Demokratie heißt: Chancengerechtigkeit

Ich habe eine Einwanderungsgeschichte. Sie gehört zu mir und prägt meinen Blick auf unsere Gesellschaft. Wenn Menschen sich über meinen Nachnamen lustig machen oder nicht bereit sind ihn richtig auszusprechen, dann zeigt das, dass man mit einem ausländischen Namen nicht selbstverständlich dazugehört. Für uns BiPoCs geht es oft nicht darum, ob am Tisch theoretisch ein Platz frei ist, sondern ob wir überhaupt die gleichen Voraussetzungen haben, diesen Platz zu erreichen. Viele Barrieren bleiben unsichtbar: fehlende finanzielle Ressourcen, Zugänge und Netzwerke, Rassismus oder das Gefühl, sich immer wieder doppelt beweisen zu müssen. Auch wir Jusos müssen deshalb unsere eigenen Strukturen kritisch hinterfragen: Wen fördern wir? Wem trauen wir Verantwortung zu? Wer wird gehört – und wer fehlt immer wieder? Wenn in unseren höchsten Gremien ganze Perspektiven nicht vertreten sind, dann erfüllen wir unseren Anspruch nicht, vielfältig zu sein.

Gerade deshalb bin ich politisch aktiv. Weil ich überzeugt bin, dass Politik dann am stärksten ist, wenn alle Menschen sie auch mitgestalten können. Ich kandidiere, weil ich mit euch gemeinsam Politik gestalten will. Und weil ich fest daran glaube, dass unsere Generation die Kraft hat, dieses Land gerechter zu machen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir auf diesem Weg Euer Vertrauen schenkt!


Solidarische Grüße

Eure Nora


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